Blutwurz

Blutwurz Potentilla erecta (L.) Rauesch.


Allgemeines: Der Blutwurz ist bereits seit dem Altertum als Heilpflanze bekannt. Hildegard von Bingen beschrieb dann im Mittelalter die blutstillenden und auch stopfenden Eigenschaften nach dem Verzehr von verdorbenen Speisen. Beim Anschneiden der Wurzel verfärbt sich das Wurzelinnere blutrot. Zur damaligen Zeit glaubte man, dass diese Pflanze wirksam gegen Nasenbluten, Bluthusten oder Magen- und Darmblutungen war. Im 12. Jahrhundert wurde dann erkannt, dass Pulver aus der Wurzel Wunden verschließt und auch festigt. In der heutigen Zeit wird Blutwurz zur Linderung akuter Durchfälle eingesetzt.


Botanik: Tormentill, der Blutwurz, gehört zur Familie der Rosengewächse. Die goldgelbe Blüte dieser Wald- und Heidepflanze erscheint in den Monaten März bis Juni. Der Blutwurz liebt einen sonnigen Standort mit feuchten und sandigen Böden. Vermehrt findet man ihn auf Waldlichtungen, Mooren und Weiden.


Inhaltsstoffe: Der Blutwurz enthält Gerbstoffe, Phlobaphene, Flavonoide, Procyanidine, Phenolcarbonsäuren, Triterpene und Fettsäuren.


Heilwirkung: Der Blutwurz wirkt entzündungshemmend, verdauungsfördernd, antibakteriell, durchfalllindernd, blutzucker- u. blutdrucksenkend, antiallergisch, immunstimulierend und zusammenziehend.


Anwendung: Zur äußerlichen Anwendung kommt Blutwurztee bei Mund- und Rachenentzündungen und auch als Umschlag oder Teilbad bei schlecht heilenden Wunden, Verbrennungen, Erfrierungen und bei Hämorrhoiden. Innerlich wirkt er bei Magen- und Darmbeschwerden, Durchfall und Blähungen.


Verträglichkeit: Bei der Anwendung sind keine Nebenwirkungen bekannt. Allerdings ist es empfehlenswert bei einem über 2 bis 3 Tage anhaltenden Durchfall einen Arzt aufzusuchen.


 



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